Warte nicht auf den perfekten Augenblick *

Vor über zwei Monaten hab ich hier über Verlangsamung geschrieben.

Zwei Monate sind das ... schon?...erst?..

Mir ist die Zeit abhanden gekommen. Schon im letzten Mai-Drittel sind wir? ... Wir haben uns am Frühstückstisch völlig verdutzt angesehen heute. Die Zeit die ist ein sonderbar Ding ... heisst es eh im Rosenkavalier von Richard Strauss....

 

Es war so intensiv für mich bis jetzt und sieht so aus, als ginge es auch so weiter. Intensität heisst nicht viel Aktion, Intensität heisst für mich, dass Ideen sprießen, dass Zeit zum Lernen ist, zum "Üben", zum Atmen, zum Ausruhen auch, ja, auch Ausruhen, Sein, kann intensiv sein. ...

 

Gestern bin ich wie so oft mit dem Fahrrad durch die Stadt geradelt. Erleichterung liegt in der Luft, Entspannung und Dankbarkeit... Sogar hinter dem vorübergehend eingegitterten Biergarten am Viktualienmarkt... In den Cafés mit den Tischchen im erlaubten Abstand ... Es fühlt sich so an, als ob alles, was wir genießen dürfen, was uns Freude macht, seit kurzem nicht mehr als selbstverständlich hingenommen wird... 

Geht das nur mir so?

 

Neulich bei der Änderungsschneiderei, zu der ich seit Jahren meine Sachen bringe und wo sie liebevoll bearbeitet werden. Eine türkische Familie betreibt das Geschäft. Die junge Frau immer mit Kopftuch und freiem Gesicht. Heute stehen wir uns beide mit Mund-Nasen-Schutz gegenüber - und mussten sehr lachen.

Leichtigkeit, Freundlichkeit ....

 

Corona oder nicht Corona: Es gibt kein Warten auf den perfekten Augenblick.

"Ja, nach Corona werde ich..."

"Ja, nach der Krise will ich... "

So vieles ist mir nach dem ersten Schreck, nach dem ersten Staunen über das, was da vorgeht, bewusst geworden... auch weil ich Zeit hatte, Erkenntnisse in mich einfließen zu lassen, den Raum dafür zu öffnen...

Ich danke allen guten Geistern und meinem Immunsystem, dass ich selbst gesund bin, und meine Familie und Freunde auch.

Zeit werde ich mir weiterhin nehmen für alles was mir gut tut, und entfernen alles, was mir Zeit sinnlos entzieht. Bitte, mach es mir nach :-)

 

Also mache ich mehr denn je den jetztigen Augenblick zum perfekten Moment.

Was immer Du gerade vorhast, mach es jetzt , ganz und gut.

Welche Situation oder Herausforderung auch immer Du gerade hast - der jetzige Moment hilft Dir, sie zu bestehen, nach wie vor und immer.

 

Vorhin auf der Wiese bei meinem Qigong. Mitten in die Sonne hinein. Mitten ins Grün hinein.

Stimmen. Fünf junge Männer breiten ihre Decken aus hinter mir. Einer hat seinen kleinen Schnuller-Jungen dabei. Drei fangen an Volley-Ball zu spielen. Gute Übung für mich, dennoch bei mir zu bleiben und weiter zu machen.

Mein Baum sieht uns zu. Die Jungs packen Prosecco aus, Campari, ich wünsche ihnen viel Spaß heute, sie mir auch, ich gehe.

Leichtigkeit, Freundlichkeit.

 

Denke an meinen Vater, den es schon lange nicht mehr gibt, der Christi Himmelfahrt Tag war allerdings nie ein Vatertag für uns. Allen, die heute mit ihren Vätern und Familien zusammen sind, weiterhin Freude. Und nicht nur heute.

 

Vergiss Dich selbst nicht. Tu Dir Gutes. Zu jeder Zeit. Gutes fängt bei einem liebevollen oder dankbaren Gedanken zu Dir und über Dich selbst an.

"Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich, das nennt man Vertrauen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herzu zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. " 

...hat Charlie Chaplin, an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959 gesagt.